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Max Grundig war der unbestrittene strahlende Marktführer

1972 - Max Grundg strahlt - er ist ganz oben angekommen.

"Sie" konnten sich drehen und wenden, wie sie wollten, gegen den Max aus Fürth war einfach kein Kraut gewachsen. Selbst wenn man ihm bissig nachsagte, er behandle seine Entwickler "recht komisch", er war der Chef und er hatte das Händchen und er hatte den Erfolg mit den "richtigen" Produkten. Als beispielsweise damals 1963 alle noch über diese komischen Transistoren grübelten, hatte er (mit seinen Mannen) schon den ersten volltransistorisierten Serien- Hifi-Verstärker der Welt.

Seine Entwickler wurden gefordert oder angestachelt, immer wieder Spitzenleistungen auf allen Produktebenen zu bringen. In diesem Licht ist auch die Entwicklung dieses neuen Fernseh-Chassis Konzeptes zu sehen.

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Ein Artikel aus der FUNK-TECHNIK 1972 Nr. 4

Ein redaktioneller Bericht nach Vorlagen von Grundig von W. Roth
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Farbfernsehchassis modernster Konzeption

Im Leitartikel des ersten Januarhefts 1972 hatten wir „Wege zum ausfallsicheren Fernsehempfänger" aufgezeigt, die in Zukunft möglicherweise dieses oft so heiß diskutierte Thema der Lösung näherbringen können. Einen Monat danach stellte Grundig jetzt ein neues Farbfernsehempfängerchassis vor, das als erster Schritt in dieser Richtung angesehen werden kann. Man hat beispielsweise die Forderung „Weg mit der Wärme" schon teilweise erfüllt. Die Leistungsaufnahme des neuen Chassis liegt bei nur etwa 180W und ist damit nur wenig höher als die röhrenbestückten Schwarz-Weiß-Empfänger.

Promotion-Bild aus der Grundig Revue Aug. 1972

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Damit bieten sich gleichzeitig alle Voraussetzungen für eine drastische Reduzierung des Gehäusevolumens; die Gerätetiefe ist nur noch 46cm, die reine Gehäusetiefe sogar nur 41cm. Wesentliche Vereinfachungen für den Service ergeben sich durch die Modul-Bauweise, die es ermöglicht, ganze Funktionseinheiten als „black boxes" auszutauschen. Damit ist prinzipiell auch die im Leitartikel angedeutete Möglichkeit gegeben, automatische Prüfgeräte einsetzen zu können.

1. Einleitung

Farbbild 1. Farbfernsehempfänger „Color 5010 UE" mit Impulsfeldern

Das neue Grundig-Farbfernseh- Empfängerchassis „Color 5010 UE" ist bis auf die Bildröhre A 66-140 X nur noch mit Halbleiterbauelementen bestückt. In bisher noch nicht bekanntem Maße hat man von integrierten Schaltungen Gebrauch gemacht.

Die Geräte ohne - beziehungsweise mit - Ultraschall-Fernbedienung sind mit 12 beziehungsweise 11 IS, 2 Thyristoren für die Horizontal-Ablenk-Endstufe, 50/55 Transistoren, 85/100 Dioden und Gleichrichtern sowie mit einer Hochspannungs- Si-Gleichrichterkaskade bestückt.
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Die Geräte mit Ultraschall-Fernbedienung enthalten zusätzlich noch eine Glimmlicht-Ziffernanzeigeröhre für die Anzeige des jeweils eingestellten Programms. Zum Start bringt Grundig im Februar 1972 drei 66cm Geräte mit diesem Chassis heraus: die asymmetrischen Geräte „5010 UE" (Bild 1) mit Berührungs-Programmwahl über Impulsfelder und den „6010 UE/TD" mit Ultraschall-Fernbedienung „teledirigent" sowie das symmetrische Gerät „8010 UE/TD" ebenfalls mit „teledirigent".

Die empfohlenen Preise der genannten Geräte liegen zwischen etwa 2.100DM und 2.400DM, in Anbetracht der gebotenen Technik ein bemerkenswerter Preis.

Anmerkung (1) zu den Vereinfachungen
Bei der Nachbearbeitung dieses Artikels wurden allzu technische Beschreibungen übergangen, da diese Technologie sowieso vorbei ist.

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2. Schaltung

Der grundsätzliche Aufbau des Chassis ist im Bild 2 als Blockbild dargestellt. Man erkennt darauf deutlich die acht in Modul-Bauweise ausgeführten Bausteine und die zusätzlichen austauschbaren Bausteine.
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Bild 2. Blockschaltbild des Chassis „Color 5010"; die Blöcke mit dicker Umrandung sind Bausteine in Modul-Bauweise, die Blöcke mit dick gestrichelter Umrandung sind auswechselbare Bausteine

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Selbstverständlich ist auch der Zeilentransformator (wie schon bei früheren Geräten auch) hier steckbar. Der Elektronik-Baustein enthält unter anderem alle Elemente für die Voreinstellung von bis zu sieben Programmen sowie den Kontrasteinsteller und die Tonblende.

An ihn schließt sich der Programm-Baustein mit den sieben Impulsfeldern an, die durch leichtes Berühren (etwa 1/2 Sekunde) das vorgewählte Programm einschalten und zugleich durch Aufleuchten des transparenten Impulsfeldes optisch anzeigen.

Durch die Schaltungskonzeption bedingt, leuchtet beim Einschalten des Geräts zunächst immer das Impulsfeld 1 auf, jedoch kann man sofort nach dem Einschalten bereits auf ein anderes Programm umschalten, auch wenn noch kein Bild sichtbar ist.

Bei Geräten mit Ultraschall-Fernbedienung treten an die Stelle des Programm-Bausteins der Ultraschall-Fernsteuer-Empfänger und der Nixie-Baustein mit der Leuchtziffernröhre für die optische Anzeige des eingestellten Programms.

Der Anschluß der Antenne erfolgt über den genormten abgeschirmten IEC-Koaxialstecker. Man erreicht dadurch eine gute Abschirmung gegen die direkte Einstrahlung vom Sender, so daß „Vorgeister" praktisch nicht mehr auftreten können. Zugleich erhält man auch eine merkbare Verbesserung der Eingangsrauschzahl im UHF-Bereich, da die sonst erforderlichen Symmetrierglieder entfallen und die Bedämpfung des Antennensignals durch die Empfängerweiche ebenfalls entfällt.
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Der ohne zusätzlichen Abgleich austauschbare Bild-ZF-Verstärker ist mit der integrierten Schaltung TBA440 bestückt, die einen relativ aufwendigen multiplikativen Mischer als aktiven Videodemodulator enthält. Gegenüber dem sonst üblichen Videogleichrichter mit Diode ist dieser Demodulator weitgehend frei von Intermodulationsverzerrungen und liefert an zwei niederohmigen Ausgängen ein positiv und ein negativ gerichtetes Videosignal.

Die Horizontal-Ablenkschaltung mit der integrierten Schaltung TBA920 steuert die mit zwei Thyristoren arbeitende Ablenk-Endstufe mit großer Leistungsreserve. Diese Leistungsthyristoren sind an der Seite des Chassis auf einer gemeinsamen Kühlfläche montiert (Bild 3).

In dieser Schaltung wird im Ablenkkreis als neuartiges Schaltelement ein bipolarer Schalter benutzt, bestehend aus einem hochsperrenden schnellen Thyristor mit antiparallel geschalteter Diode. Eine spezielle Ansteuerungsschaltung mit einem zweiten bipolaren Schalter dieser Art liefert die notwendigen Schaltintervalle. Der besondere Vorteil dieser Konzeption ist die geringe Leistungsaufnahme der Thyristor-Ablenkstufe, die wesentlich mit dazu beigetragen hat, die Leistungsaufnahme des Geräts auf 180W herabzusetzen.

Erwähnenswert ist noch der in der linken oberen Ecke der Gehäuserückwand angebrachte automatische Überstromschalter. Er schützt den Empfänger sicher vor Überlastungen jeglicher Art und läßt sich wie die im Haushalt üblichen Sicherungsautomaten durch Eindrücken des roten Knopfes nach vorherigem Ausschalten des Empfängers wieder einschalten.

Für die Hochspannungserzeugung wird eine Si-Gleichrichterkaskade mit geringem Innenwiderstand benutzt. Eine einfache Regelschaltung stabilisiert die Hochspannung (25kV) gegen Netzspannungs- und Strahl-Stromschwankungen. Mit Blick in die Zukunft hat man auch an den Anschluß einer Hi-Fi-Anlage und eines Videorecorders gedacht. Beide Anschlüsse sind leicht nachrüstbar.

Der neuentwickelte HiFi-Adapter ermöglicht nicht nur den Anschluß der Hi-Fi-Anlage, sondern auch eines Tonbandgeräts zum Mitschneiden des Fernsehtons. Für den Betrieb eines Videorecorders kann man nachträglich einen Umschalter für die Regelzeitkonstante der Phasensynchronisierung einbauen, um auch bei Gleichlaufschwankungen des Schrägspur-Bildaufzeichnungsgeräts keine sichtbaren Bildstandsschwankungen auftreten zu lassen.

3. PIN-Dioden-Abschwächer

Bild 4. Prinzipschaltung des PIN-Dioden-Abschwächers ?

Als absolute Neuheit kann der Tuner mit PIN-Dioden-Abschwächer gelten, denn nach Wissen des Verfassers ist es das erste Mal, daß dieses Halbleiterbauelement in einem Tuner für diesen Zweck eingesetzt wird. Bei PIN-Dioden liegt zwischen zwei hochdotierten und deshalb relativ nieder-ohmigen Schichten vom P + - und N+-leitenden Typ eine praktisch undotierte hochohmige I-Schicht (Intrinsic-Schicht). Die PIN-Diode BA379 sowie den noch zu erwähnenden Hochstromtransistor AF 379 hat Siemens auf Anregung und nach Wünschen von Grundig entwickelt und gebaut.

Die Schaltung im Bild 4 zeigt den koaxialen 75-Ohm-Antenneneingang. Aufgabe der Antenneneingangskombination ist einerseits die berührungs-schutzsichere Trennung des Antenneneingangs vom Gerät, und zwar des Kabelmantels beziehungsweise der Kabelseele. Diese Kondensatoren sind Scheibenkondensatoren mit breiten Bandanschlüssen zur Verringerung der im oberen UHF-Bereich schädlichen Anschlußinduktivitäten. Damit ist gleichzeitig ein guter Schutz gegen Störungen durch in der Nachbarschaft betriebene Amateur-Kurzwellensender gewährleistet.

Mit dem neuen PIN-Dioden-Ab-schwächer hat man aber auch noch weitere Vorteile erreicht. Da die Regelung hier mit reellen Widerständen vorgenommen wird, hat der Tuner eine besonders hohe Kreuzmodulationsfestigkeit (Bild 8). Sie ist im Arbeitspunkt des ungeregelten Vorstufentransistors um etwa den Faktor 4 besser und erhöht sich mit zunehmender Abregelung. Außerdem ist die Regelwirkung in allen Bereichen gleich, so daß sich die Form der Durchlaßkurve bei Regelung praktisch nicht ändert. Schließlich sei noch erwähnt, daß die Oszillatorstörspannung am Antenneneingang im Gegensatz zur Transistorregelung etwa der jeweiligen Abregelung des PIN-Dioden-Glieds entspricht (maximal etwa -35 dB).

4. Modul-Technik

Farbfernsehempfänger „Color 5010 UE" mit Impulsfeldern
Bild 9. Horizontal-Ablenk-Baustein (links) und Vertikal-Ablenk-Baustein (rechts) des neuen Farbfernsehempfängerchassis „Color
Bild 10. Steckbares Video-Modul

Ein wesentliches Merkmal des neuen Chassis ist die weitgehende Anwendung steckbarer Module. Diese Technik kommt einerseits dem Trend nach Automatisierung der Fertigung und damit der Rationalisierung entgegen, andererseits bringt sie erhebliche Vereinfachungen des Service.

Acht wesentliche Schaltungsgruppen sind in Modul-Bauweise ausgeführt (s. Bild 2): Bild-ZF-Verstärker, Ton-ZF-Verstärker, Ton-NF-Verstärker, Videoverstärker, Farbteil, Farbdifferenz-Endstufe, Horizontal-Ablenkteil und Vertikal-Ablenkteil (Bild 9).

Die Verbindung der einzelnen Module mit der Grundplatine und somit untereinander erfolgt über kontaktsichere l0fach- (Ton-ZF und Ton-NF) beziehungsweise 15fach-Steckfassungen. Die selbstreinigenden Messerkontakte haben zudem eine relativ große Kontaktfläche.

Die Unverwechselbarkeit der Module untereinander ist durch eine nasenähnliche Ausformung an der Leiterplatte des Moduls sichergestellt, deren Gegenstück - eine kurze Schlitzfräsung - in der Grundplatine angebracht ist. Um gleichartige, aber nichtkompatible Module verschiedener Geräteserien auseinanderzuhalten, hat die Buchsenleiste am Modul einen zusätzlichen
Kennstift. Er wiederum paßt in ein kleines Loch, das im Rastermaß der Steckerstifte auf der Grundplatine angebracht ist (Bild 10).

Die doppelte Kennzeichnung der Module vermeidet mit absoluter Sicherheit jede Verwechslung und damit auch elektrische Defekte, die beim Einstecken falscher Bausteine entstehen könnten. Die mechanische Fixierung der Module erfolgt vornehmlich durch leicht lösbare Haltebügel und über Schraubverbindungen.

Neben den acht unmittelbar mit dem Chassis kontaktierten Modulen ist auch der Zeilentransformator steckbar ausgeführt. Leicht auswechseln lassen sich außerdem der Allbereich-Tuner sowie die Funktionseinheiten für die Bedienung. Diese insgesamt zwölf bequem austauschbaren Baugruppen erfassen etwa 70 % der gesamten Schaltung, so daß das Gehäuse beinahe „leer" wirkt.

Anmerkung (2) zu der Modultechnik :
Diese Modultechnik hatte später ganz erhebliche Probleme bei diesen so hochgelobten (versilberten) Steckverbindern. Das war alles blanke Theorie. Die Module fielen relativ schnell aus und das Aus- und Einstecken behob zwar temporär den Fehler (für ein paar Tage oder Wochen) !!!! Doch die Kunden wurden langsam sauer.

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5. Konvergenz-Einstellung

Die Konvergenz-Einstellung ist erfahrungsgemäß noch oft ein Sorgenkind des Service. Zur Erleichterung dieser Einstellung hat man sich bei Grundig ein Schema ausgedacht, das dem Techniker die Arbeit in der Werkstatt ebenso erleichtert wie in der Wohnung des Kunden.
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  • Anmerkung (3) : Zur Olympiade 1972 hatte Grundig an die 4900 "Zauberspiegel" geliefert. Es war das neueste Fernsehchassis aus der ganz neuen Grundig Serie. Doch die Techniker hatten keine Freude an diesem "SuperColor". Die Konvergenz lief wirklich supergenau nach genau einer Stunde jeweils ins (thermische) Nirwana. An die hundert Techniker rasten von Zauberspiegel zu Zauberspiegel und stellten 24 Stunden immer wieder die Konvergenz nach.

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6. Bedienung

Wie aus Bild 2 zu ersehen, ist die Elektronik für die Voreinstellung von bis zu sieben Programmen im Elektronik-Baustein (Bild 11) untergebracht. Je nach Gerätetyp wird damit verbunden der Programm-Baustein mit den sieben Impulsfeldern (Bild 12) oder der Ultraschall-Fernsteuer-Empfänger mit dem Nixie-Baustein für die Programmanzeige. Die Modelle mit Handbedienung sind für den Anschluß einer Kabel-Fernbedienung für Lautstärke, Helligkeit, Farbsättigung und Programm-Umschaltung ausgestattet.

Die für Ultraschall-Fernbedienung ausgelegten Modelle können drahtlos über den „tele-dirigent" bedient werden. Die Voreinstellung der Sender ist identisch mit der der handbedienten Geräte. Zusätzlich haben diese Modelle aber noch eine „Bereitschaftsstellung". In dieser Stellung wird die Bildröhre mit verringerter Spannung (etwa 5V statt 6,3V) vorgeheizt und weiterhin die Spannung für bestimmte Teile der Schaltung (Ablenkung) herabgesetzt. Dadurch erreicht man, daß Bild und Ton des eingestellten ersten Programms beim Umschalten auf Betrieb sofort da sind, während sonst der Ton sofort kommt und das Bild nach etwa 15 Sekunden erscheint.
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  • Anmerkung (4) : Das waren noch Zeiten, als der Strom unbegrenzt aus der (Atomkraft-) steckdose kam. Heute achtet jeder Hersteller ganz akribisch auf den sogenannten Ruhestrom (bzw. die Bereitschaftsleistung) und die Gesamtstromaufnahme.

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Bei Benutzung des „tele-dirigent" wird das Gerät durch Drücken der Taste „Ein" am Gerät eingeschaltet. Will man auf Bereitschaftsstellung übergehen, dann genügt es, die Taste „Programmwahl Ein/Aus" etwa 3 Sekunden lang zu drücken, bis Bild und Ton verschwinden. Ein aufleuchtender roter Punkt in der Nixie-Röhre für die Programmanzeige zeigt diesen Zustand an. Durch erneutes Drücken derselben Taste (3 Sekunden) schaltet das Gerät sofort auf das erste eingeschaltete Programm. Für den Fall, daß man das Gerät ohne „tele-dirigent" bedienen will, kann man alle Funktionen nach Herunterklappen des mit „ultra-electronic" beschrifteten Deckels (Bild 13) von Hand betätigen.
Am Rande erwähnt sei noch, daß das Gerät ohne die Module für den Farbteil als Schwarz-Weiß-Empfänger voll betriebsfähig ist.
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7. Service

Für den schnellen Service hat man bei diesem Gerät sehr viel getan. Das Chassis - kaum größer als bei einem normalen Schwarz-Weiß-Empfänger - läßt sich aus der senkrechten Betriebsstellung sowohl unter 45° als auch ganz ausklappen. Die Modul-Technik ermöglicht es dem Service-Techniker, vollständige und zum Teil sehr komplizierte Schaltungsgruppen als „black boxes" zu betrachten. Er braucht sich um das „Innenleben" dieser Gruppen nicht zu kümmern, sondern kann sich auf die Überprüfung der Signale und Betriebsspannungen konzentrieren. Vielfach läßt sich der Fehler nach dieser mit Sorgfalt auszuführenden Prüfung durch Austausch eines Bausteins beheben. Ein weiterer Vorteil für den Service ist, daß sich alle Module bei ausgeklapptem Chassis auch auf der Unterseite der Grundplatine einstecken lassen.

Für die Reparatur defekter Module richtet Grundig einen großzügigen Austauschdienst ein. Die Niederlassungen und Werkvertretungen der Firma tauschen defekte Module gegen im Werk überprüfte neuwertige Module aus. Innerhalb der Garantiezeit erfolgt der Austausch kostenlos. Danach gilt für jedes Modul ein fester Brutto-Umtauschpreis zwischen weniger als 20 DM bis 40 DM (abzüglich des bekannten Ersatzteil-Rabatts plus Mehrwertsteuer). Für den Austausch des Farb-Bausteins mit PAL-Verzögerungsleitung muß man beispielsweise 35 DM bezahlen; das ist weniger als ein Viertel des Neuwerts. Selbst so kritische Bausteine wie Tuner und Bild-ZF-Verstärker sind so ausgelegt, daß der Austausch jederzeit ohne nachträgliche elektrische Abgleicharbeiten möglich ist.

Im Hause Grundig glaubt man
, mit diesem Austauschdienst ähnlich gute Erfahrungen zu machen wie beim Autoradio-Eilaustauschdienst, und hofft, damit zu einer rationellen und schnellen Abwicklung des Reparaturdienstes sowohl im Interesse des Kunden als auch des Fachhandels beitragen zu können. W. Roth

Bildunterschriften geparkt
Bild 1. Farbfernsehempfänger „Color 5010 UE" mit Impulsfeldern
Bild 2. Blockschaltbild des Chassis „Color 5010"; die Blöcke mit dicker Umrandung sind Bausteine in Modul-Bauweise, die Blöcke mit dick gestrichel-¦4 ter Umrandung auswechselbare Bausteine
Bild 3. Chassis mit steckbarem Horizontal-Ablenk-Baustein (rechts vorne) und den daneben (rechts seitlich) auf einer gemeinsamen Kühlfläche montierten Leistungsthyristoren der Horizontal-Ablenk-Endstufe
Bild 4. Prinzipschaltung des PIN-Dioden-Abschwächers ?
Bild 5. Ersatzschaltbild des PIN-Dioden-Abschwächers für 12 V Regelspannung ?
Bild 7. Ersatzschaltbild des PIN-Dioden-Abschwächers für 2 V Regelspannung
Bild 9. Horizontal-Ablenk-Baustein (links) und Vertikal-Ablenk-Baustein (rechts) des neuen Farbfernsehempfängerchassis „Color
Bild 10. Steckbares Video-Modul
Bild 11. Elektronik-Baustein; rechts von der Einstelleinheit für die Bereich- und Kanal-Vorwahl die Transistor-Schaltstufen; daran anschließend der integrierte Binärzähler mit BCD-Dezimaldecoder und Treiber für die Ziffernanzeigeröhre, mit deren Katodenspannung zugleich die Schalttransistoren angesteuert werden
Bild 12. Programmwahl-Baustein; im Vordergrund die Steckanschlüsse und Glimmlampen für die Impulsfelder, die durch Berühren die Programm-Umschaltung bewirken.

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