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Philips entwickelte recht früh einen Consumer-Fernsehprojektor

Die ganz frühen bzw. ersten Fernsehprojektoren kennen wir aus der Zeit um 1936/1938, als im Deutschland der Nationalsozialisten (und auch nur in Berlin) die Fernsehstuben populär gemacht wurden, um das Volk einzulullen. Sie sollten von den immer offensichtlicher auftretenden Engpässen des täglichen Lebens ablenken.

Benutzt wurden aber High-Tech Projektoren an der Grenze der Physik. Die Strahlröhren mußten jeden Tag (also immer nachts) ausgebaut und regeneriert werden, weil die Phosphorschicht durch die extrem hohen Strahlströme von über 80 KiloVolt einfach weggebrannt wurde.

Das wollten die Philips Ingenieure im deutschen Röhrenwerk Aachen (oder aber bei Valvo in Hamburg ?) natürlich besser machen, zumal die angepeilte Bildgröße deutlich kleiner war.

Das Patent für die Schmidt-Optik hatten sie (scheinbar ?) erworben oder abgegolten und so enstand (nach meinen Unterlagen) bereits 1955/56 diese Schmidt-Projektionsoptik.

Der erste sogenannte Beamer in einem vergrößerten Gehaüse eines Heim-Fernsehers von 1955 war nun wirklich kein Schmuckstück, das man sich zuhause hinstellen wollte, er war einfach nur häßlich. Also peilte man die semiprofessionelle Kundschaft an und baute einen tragbaren Blechkasten mit allem drinnen samt einer Fernbedienung.

Das Gehäuse war mit so vielen Lüftungsschlitzen übersäht, daß da drinnen kein Lüfter rumoren mußte.
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Das Herz ist die Optik mit dem Strahl-Rohr

Wir nennen es Strahl-Rohr, weil es auf eine externe Projektionsfläche strahlt im Gegensatz zur normalen Bildröhre, die auf eine beschichtete Fläche innerhalb ihres Glas-Kolbens strahlt. Das Strahl-Rohr strahlt durch diese Schmidt-Optik auf eine Wand oder einen speziel beschichteten Reflektions-Schirm wie bei SABA.

Die Größe der Schmidt-Optik bestimmt einen Teil der Abmessungen und auch das Gewicht des Projektors. Der sollte ja mobil und damit auch tragbar sein.

Und da dort recht hohe Spannungen gebraucht werden, wurde ganz unten im Projektor ein massiver Trenntrafo eingebaut.
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Die Elektronik stammt weitgehend aus einem Fernseher

In den ersten Projektions-Geräten (VE 2600 von 1955) war nur das Empfangsteil für die Sender des 1. Programms vorgesehen und eingebaut. Dazu reichten die Eingeweide eínes Consumer-Fernsehers völlig aus. Alleine das Hochspannungsteil und die Ablenkvertstärker mussten auf dem Spannungs- und Leistungs-Niveau der Strahl-Röhre sein.
Mehr über das Strahl-Rohr lesen Sie hier bei dem SABA Projektor.
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Hier ein Blick auf die Technik von 1955

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Der Trenntrafo ist das zweitschwerste Teil

Ob der Trenntrafo wirklich so groß sein mußte ? Jedenfalls haben die Optik und dieser Trafo die Stabilität des inneren Stahl-Rahmens deutlich beeinflußt.

Es sind dann doch 35 Kilo geworden.

Gewöhnungsbedürtig ist die Netzbuchse

Im Rückblick auf die historischen Geräte der Rundfunk- und Fernsehtechnik fällt immer wieder auf, keiner scherte sich um irgendwelche Normen. Jeder baute in seine Geräte ein, was gerade verfügbar war. Das war bei der Fernseh GmbH in Darmstadt so, bei den anderen damaligen Monitorherstellern und auch bei Philips.
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Im VE 2609 von 1964 wurden Video + UHF eingebaut

Als der VE 2609 marktreif wurde, hatte man in Deutschland gerade das zweite Programm eingeführt. Ob das in Holland so ähnlich war, weiß ich nicht.
Und der Projektor sollte zur Erweiterung des semiprofessionellen Kundenkreises fremde Bildquellen verarbeiten können. Das war damals das BAS Signal, heute nennen wir das ein Video-Signal. Ein Privatmann konnte sich solche Fernseh-Bildquellen noch gar nicht leisten, Institutionen wie UNIs aber schon

Und so wurde nachgebessert. Ein UHF Tuner wurde unter dem VHF Tuner plaziert, etwas eng aber es schien zu gehen und ein Eingangsumschalter ergänzte den Tastenstreifen.
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Am Ende war er immer noch tragbar mit den 35 Kilo

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