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Es gab und gibt viele Bücher, wie das Fernsehen funktioniert.

von Gert Redlich im Feb. 2014 -
Wie immer sind ein paar wenige Bücher wirklich gut gestaltet und leicht zu lesen - und dabei verständlich. Für mich war immer wichtig, viele Bilder und wenige oder gar keine Formeln - und schon klappt es mit dem Verstehen. Dieses Büchlein kommt aus dem Hause Philips aus dem Jahr 1971. Das Farbfernsehen ist gerade mal 4 Jahre alt und kurz vor dem Durchbruch (der kam bei uns mit der Olympiade 1972 in München).

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VIDEO-RECORDER-LEITFADEN (aus dem Jahr 1970) !!
Grundzüge der Bild + Ton-Aufzeichnungstechnik

Beschrieben wird eigentlich die Funktion der magnetischen Bildaufzeichnung, denn die war für den Fernseh-Zuschauer völlig neu. Daß dabei die Funktion des Fernsehens an sich nicht zu kurz kommt, ist erfreulich.

Das Vorwort zu diesem Büchlein
Bildkonserven für den Hausgebrauch

Abend für Abend sitzen Millionen Zuschauer vor den Fernsehgeräten und „speisen" folkloristische Sendungen, spannende Sportereignisse, Sweet und Pop, trockene Geschichten oder musikalische Shows; denn fast alle „Gerichte" sind Konserven, das heißt auf Magnetband oder Film gespeicherte Bildereignisse, die mit dem entsprechenden Ton garniert sind.

Vor etwa 15 Jahren (1956 in den USA und 1958/59 in Deutschland beim SWF Baden Baden) wurden die ersten Bildaufzeichnungsgeräte, man nennt sie auch Video-Recorder, in den Studios der Fernsehgesellschaften installiert. Damit begann eine Entwicklung, die heute aus dem Sendebereich und aus vielen Bereichen der Wirtschaft, der Industrie, Werbung und Marktforschung, Ausbildung und Lehre nicht mehr wegzudenken ist.

Der Video-Recorder ist gewissermaßen der große Bruder des Tonbandgerätes geworden und speichert nach dem gleichen magnetischen Prinzip Ton- und Bildsignale auf Magnetband. Gegenüber anderen Verfahren zur Aufzeichnung von Bildern hat das magnetische Prinzip erhebliche Vorteile. Hierzu zählen in erster Linie das sofortige Wiedergeben soeben aufgenommener Bildfolgen sowie die Möglichkeit, bespielte Bänder jederzeit wieder löschen und sie damit für neue Aufnahmen verwenden zu können.

Es war mal unerschwinglich (in 1970 und davor)

Philips s/w Recorder 1961

Wie überall in der technischen Entwicklung waren die ersten Aufzeichnungsgeräte sehr teuer, relativ groß und kompliziert zu bedienen. Sie kamen daher nur für Anwendungen in Fernsehstudios in Frage. Etwa zehn Jahre nach Einführung der ersten Geräte änderte sich diese Situation. Auf der Industrieausstellung 1964 in Berlin stellte Philips einen Video-Recorder vor, der im Gegensatz zu den bekannten Studiogeräten mit geringerem technischen Aufwand gebaut war und der auch gleichzeitig vom Preis her zu einer Sensation wurde: für rund 8000,-DM war dieses Bildaufzeichnungsgerät zu haben. Damit konnten die außerhalb des Studiobereiches liegenden und im vorhergehenden Absatz erwähnten Anwendungsgebiete weitgehend erschlossen werden. Das magnetische Aufzeichnen von Fernsehbildern wurde in vielen Berufszweigen zu einem echten Arbeitsmittel und ist heute dort bereits eine Selbstverständlichkeit.

Nur fünf Jahre später, auf der Hannover-Messe 1969, hatte die technische Entwicklung wiederum eine große Hürde übersprungen. Philips präsentierte einen Video-Recorder, der in Qualität und Preis einen neuen, umfangreichen Anwendungsbereich erschließt: die magnetische Aufzeichnung von Fernsehbildern durch den Zuschauer.

Es stehen somit erstmalig Magnetbandgeräte zur Verfügung,die nicht nur von der technischen Seite her, sondern auch aus preislichen Gründen als Heimgeräte, oder vielleicht treffender gesagt, als preiswerte, vielseitig anwendbare Video-Recorder mit Heim-Charakter bezeichnet werden können.

Das Hobby „Televisionieren" (aus 1970)

Familiärer Luxus mit Videorecorder
Philips Video-Recorder LDL 1000 mit Kunststoffgehäuse
als LDL 1002 mit Palisanderzarge.

Wer sich also dem neuen Hobby „Televisionieren" verschreiben will, kann sich nun ein kleines Heimstudio einrichten. Hierzu würde man neben dem Fernsehgerät natürlich auch noch eine kleine Fernsehkamera benötigen, um dann eigene Sendungen gestalten zu können. Obgleich ein solches Studio reizvolle Möglichkeiten für eine sehr interessante Freizeitbeschäftigung bieten würde, wird der Video-Recorder wohl hier zunächst noch nicht seine Hauptaufgabe finden.

Er dürfte vielmehr eine Parallelrolle zum Gespann „Radio-Tonbandgerät" einnehmen, also in Verbindung mit dem Fernsehgerät betrieben werden, um Sendungen aus allen Interessengebieten aufzunehmen und auf Wunsch später wiederzugeben. Die Möglichkeit einer zeitlichen Verschiebung der Fernsehsendung ist hier ebenso wichtig wie die beliebige Wiederholungsmöglichkeit, die sich vor allem für den aktuellen Bereich, d. h. für informierende und bildende Sendungen, anbietet.

Archivieren (aus 1970)

Hinzu kommt das Archivieren von ausgewählten Sendungen, die man aus bestimmten Gründen langfristig speichern muß. Da man beim Kauf eines Video-Recorders eine Urheberrechts-Abgabe zusätzlich entrichtet, dürfen im Heim für private Zwecke alle ausgestrahlten Sendungen aufgenommen und wiedergegeben werden.

Neben der Anwendung im Heim wird den preiswerten Video-Recordern natürlich auch eine große Bedeutung im gesamten pädagogischen Sektor zukommen. Für alle Unterrichts- und Ausbildungsbelange ist es beispielsweise außerordentlich wichtig, Fernsehsendungen zeitunabhängig aufzeichnen und wiedergeben zu können. Der Lehrplan einer Schule braucht sich dann nicht mehr nach dem Programm des Schul- und Bildungsfernsehens zu richten, sondern die Pädagogen können die auf Magnetband gespeicherten Sendungen zu jedem beliebigen Zeitpunkt in ihren Unterricht einbauen.

Eigene Programme

Dies gilt in gewisser Weise auch für schulintern hergestellte Programme, die man speziell für die naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen mit Kamera und Video-Recorder produzieren kann. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, daß diese Bänder dann auf allen Video-Recordern des neuen Typs abgespielt werden können, d. h. die Kompatibilität ist gegeben, und einem lebhaften Bandaustausch steht damit nichts mehr im Wege.

Die Anwendungsmöglichkeiten eines Video-Recorders sind über die eben erwähnten Bereiche hinaus derart vielfältig, daß man nur allgemein darauf hinzuweisen braucht.

Mit den Philips Video-Recordern LDL 1000 und LDL 1002 stehen moderne, technisch ausgereifte Geräte zur Verfügung, die mit Sicherheit eine neue Ära der magnetischen Aufzeichnung von Bild und Ton einleiten werden.

Aus dem INHALT

Die Seitenzahlen stimmem natürlich nicht mehr überein.

1. Vom Sehen und Fernsehen

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  • Wie wir Bilder sehen
    Eine kurze Einführung in die Grundlagen des Sehens 6
  • Die Fotografie oder das rasterfreie Ganzbild
    Eine kleine Rückblende auf fotografische Vorgänge 7
  • Das Fernsehen oder Bilder aus vielen Zeilen
    Erste Hinweise auf den Aufbau des Fernsehbildes . 8
  • Vom Standbild zum Laufbild
    Wie man das Auge überlistet 8
  • Der Trick mit dem Zeilensprung
    Zwei „halbe" Bilder werden nacheinander geschrieben . 9
  • Aus Hell/Dunkel wird Plus/Minus
    Die Umwandlung von Helligkeitseindrücken in Spannungswerte . 10
  • Kamera- und Mikrofon-„Signale"
    Optische und akustische Ereignisse werden zu Bestandteilen des Sendersignals . 10
  • Auf Trägerwellen zum Empfänger
    Etwas über Wellen, Amplituden und Modulationen . 11
  • Der schwarze Kasten
    Er enthält das Empfänger-Blockschaltbild und einige Erklärungen 12
  • Vom Gleichtakt der Bilder
    Bedeutung, Form und Wirkungsweise der Synchronisierzeichen . 13
  • Aus Plus/Minus wird Hell/Dunkel
    Die Umwandlung von Spannungswerten in Helligkeitseindrücke 14
  • Wie man Elektronen um die Ecke bringt
    Etwas über die magnetische Ablenkung des Elektronenstrahls in der Bildröhre 14

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2. Über das Prinzip des magnetischen Speicherns

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  • Ohne Magnetismus geht es nicht
    Eine kurze Erläuterung der besonderen Erscheinungsformen und Eigenschaften 16
  • Warum ein Tonband ein Magnetband ist
    Etwas über den Aufbau des Magnetbandes . 17
  • Wozu man Magnetköpfe braucht
    Elektromagneten im Kleinformat lösen wichtige Aufgaben .17
  • Die magnetische Aufnahme
    Der Magnetkopf schreibt die Information auf das Band . 18
  • Die magnetische Wiedergabe
    Der Magnetkopf liest die Information vom Band . 18
  • Magnetisch radieren heißt „Löschen"
    Der Magnetkopf läßt die Information vom Band verschwinden 19
  • Anzahl, Lage und Breite der Spuren
    Aus der einfachen Vollspur entwickelte sich das Zwei-und Vierspurverfahren .20
  • Der Mechanismus des Bandtransportes
    Seine exakte Funktion ist ein Qualitätsmaßstab für das Gerät 21
  • Bandgeschwindigkeit und Frequenzumfang
    Beide stehen in einem bestimmten Verhältnis zueinander 22

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3. Über das Aufzeichnen von Fernsehbildern

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  • Welche Bandbreite ist erforderlich?
    Es müssen nicht immer 5 MHz sein 23
  • Von relativen und effektiven Geschwindigkeiten
    Prinzipielles über den Bandtransport und seine Möglichkeiten .24
  • Der Dreh mit dem rotierenden Kopf
    Oder wie man auf einfache Weise ein Problem löst .25
  • Bilder auf Schrägspur
    Hier wird der gesamte Bildinhalt mit den Synchron-impulsen aufgezeichnet 26
  • Der Ton läuft am Rande mit
    Und auch die Bild-Synchronimpulse finden dort Platz 26
  • Drehzahlen im Gleichtakt
    Impulse steuern die exakte Spurhaltung 27

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4. Über Technik und Bedienung des Heim-Video-Recorders

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  • Allgemeine Beschreibung des Aufbaus und der Wirkungsweise
  • Trommel mit Magnetköpfen 28
  • Der Bandantrieb 30
  • Die Bandführung 32
  • Der Kopfservo .32
  • Das Zusammenspiel der Baugruppen 34
  • Der Anschluß an Fernsehgeräte 35
  • Die Bedienung .36

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